Gleichgeschlechtliche Hochzeit

Die Planung einer Hochzeit gestaltet sich in den meisten Fällen ziemlich stressig. Noch schwieriger wird es, wenn zwei Frauen oder zwei Männer heiraten - die meisten Dienstleister und Hochzeitsbräuche sind nämlich an Heterosexualität gewöhnt. Doch das sollte euch nicht aufhalten. Hier kommen die wichtigsten Tipps für eure Hochzeitsplanung.

Hochzeit vs. Lebenspartnerschaft: Was ändert sich?

Seit Oktober 2017 ist in Deutschland die Eheschließung homosexueller Paare legal. Jetzt unterscheidet die Ehe nichts mehr von der Lebenspartnerschaft. Tatsache ist aber: Wenn ihr bereits vor 2017 eine Lebenspartnerschaft geschlossen habt, wird diese nicht automatisch zu einer Ehe. Dafür müsst ihr erneut zum Standesamt gehen und heiraten.

Rechtliche Änderungen gibt es danach kaum, denn seit 2001 wurden alle Benachteiligungen Schritt für Schritt beseitigt. Der einzige wirkliche Unterschied ist, dass ihr jetzt auch Kinder adoptieren dürft - und dass ihr jetzt "Ehefrau" und "Ehemann" sagen dürft anstatt unangenehme Umschreibungen wie "Lebenspartner" und "Lebensgefährtin" zu benutzen.

Traditionell heiraten: Ist das überhaupt möglich?

In vielen homosexuellen Beziehungen gibt es keine traditionellen Geschlechterrollen. Das heißt auch, dass viele Hochzeitsbräuche nicht mehr richtig funktionieren. Für euch bedeutet das, sie so anzupassen, wie ihr es benötigt. Gibt es zwei Bräute, könnt ihr zum Beispiel überlegen, ob ihr nacheinander oder auf unterschiedlichen Wegen einziehen wollt, oder ob ihr euch gar gegenseitig zum Altar führt. Das Gleiche gilt natürlich, wenn zwei Männer heiraten. Wie wäre es, wenn euch beispielsweise eure Trauzeugen zum Altar bringen?

Auch sonst könnt ihr alle Traditionen beibehalten, die ihr euch wünscht, selbst dann, wenn sie auf den ersten Blick nicht passen. So können beispielsweise auch zwei Männer einen Brautstrauß haben, indem sie den Blumenstrauß in der Mitte teilen und jeder eine Hälfte gestalten darf. Und auch die Hochzeitsreden und -tänze könnt ihr beliebig anpassen: Es ist eure Hochzeit, und damit obliegen alle Entscheidungen euch.

Und wie halten wir es mit der Kleiderwahl?

Bei diesem Thema haben zwei Männer es deutlich einfacher als zwei Frauen. In identischen Anzügen zu heiraten liegt mittlerweile nicht mehr im Trend - dafür aber Individualität. Mit verschiedenen Farben und Accessoires könnt ihr eure unterschiedlichen Persönlichkeiten unterstreichen und zeigen, dass ihr euch voneinander abhebt, obwohl ihr zusammengehört.

Schwieriger wird es für zwei Frauen, die beide ein Kleid tragen möchten. Hier kommen eure Freunde zum Zug: Gebt ihnen einfach Bilder von euren jeweiligen Traumkleidern, sodass sie euch helfen können, die passende Kombination zu finden. Durch diese dritte Partei könnt ihr auch vermeiden, dass sich eure Kleider unabsichtlich in der Farbe oder im Stil miteinander beißen.

Homophobie auf der Hochzeit: Wie ihr sie vermeiden könnt

Der größte Unterschied zwischen einer heterosexuellen und einer homosexuellen Hochzeit ist wohl, dass kirchliche Trauungen nicht möglich sind. Seid ihr religiös, könnt ihr euch dennoch an die evangelische Kirche wenden, damit diese euch einen Segen erteilt. Bei der katholischen Kirche ist das leider nicht möglich.

Neben der Kirche können aber auch Dienstleister ein Problem werden. Bereits beim ersten Gespräch solltet ihr alle Caterer, Veranstalter und andere Mitwirkende darüber informieren, dass hier zwei Frauen oder zwei Männer heiraten. Wer nicht damit einverstanden ist, kann so früh genug abspringen und verdirbt euch nicht die Hochzeit.

Das Gleiche gilt auch für eure Flitterwochen: Streicht alle Reiseziele, die nicht dieselbe Akzeptanz für Homosexuelle bieten wie euer Heimatland, sofort von der Liste. Nur so könnt ihr vermeiden, dass ihr im Urlaub gestört werdet.

Fazit: Was müssen wir beim Heiraten beachten?

Die meisten Schwierigkeiten, die sich auf den ersten Blick ergeben, könnt ihr auf den zweiten relativ schnell ausräumen. Alle Traditionen, die ihr euch wünscht, könnt ihr gern beibehalten und so abwandeln, wie sie zu eurer Hochzeit am besten passen. Und auch die Kleiderwahl wird vereinfacht, indem ihr eure Freunde mit einbezieht, die über beide Kleider oder Anzüge Bescheid wissen und für eine passende Kombination sorgen können.

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