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Warum fahren frisch verheiratete Paare in die Flitterwochen?

Geflittert wird schon seit vielen Jahren. Der Brauch kommt ursprünglich aus Großbritannien. Im frühen 19. Jahrhundert war es dort bei wohlhabenden Paaren üblich, nach der Hochzeit eine Reise zu unternehmen – damals allerdings noch, um Verwandte zu besuchen. Das hat sich inzwischen grundlegend geändert, in den Flitterwochen ist das Paar in der Regel nur für sich und genießt die ersten Wochen nach der Hochzeit in trauter Zweisamkeit. Geflittert wird auf der ganzen Welt, einige Reisebüros haben sich sogar ausschließlich auf Honeymoon-Reisen spezialisiert und bieten Rundum-Sorglos-Pakete für Verliebte an den schönsten Flecken dieser Erde an.

Erholung von den Hochzeitsvorbereitungen

Während eine Hochzeit für Paare zwar zu den schönsten und wichtigsten Ereignissen ihrer Beziehung gehört, lässt sie vor lauter Gästen, Vorbereitungs- und Planungsstress jedoch nur selten Zeit für Zweisamkeit. Viele frisch Verheiratete gönnen sich deshalb nach den Feierlichkeiten ausgedehnte Flitterwochen und fahren nur zu zweit in einen schönen Urlaub. Diese Auszeit kann ganz unterschiedlich aussehen. Hoch im Kurs stehen Flitterwochen auf einer Insel mit einem traumhaft schönen Strand vor der Haustür. Malediven, Mauritius und die Seychellen sind beispielsweise prädestinierte Destinationen für den Honeymoon. Andere Paare zieht es aber auch in die Natur, in die Berge, auf einen Bauernhof oder in eine Metropole. In der Regel entscheidet sich das Paar zusammen für ein Reiseziel und plant die bevorstehende Zeit gemeinsam, damit vor Ort beide wunschlos glücklich sind und die ersten Wochen der Ehe unvergesslich werden

Warum heißen die Flitterwochen auch Honeymoon?

Warum wird die erste Zeit nach der Hochzeit auch Honeymoon genannt? Wegen der Süße, die die Frischvermählten umgibt? Nein. Das Wort Honigmond ist eher auf den Honigwein zurückzuführen, der bereits im antiken Babylon als offizieller Hochzeitstrank galt. Diese Tradition war auch in vielen anderen Ländern und Völkern zu finden: beispielsweise bei den Kelten und Walisern sowie in Indien. Met, also Honigwein, wurde eine aphrodisierende Wirkung nachgesagt und der Konsum desselben sollte sicherstellen, dass die Braut schwanger wurde. Im Deutschen Wörterbuch der Gebrüder Grimm sind noch weitere Bezeichnungen für die ersten Wochen nach der Hochzeit aufgeführt, so zum Beispiel Küssmonat oder Zärtelwoche. Das Wort „Flitter“ wiederum kommt aus dem Althochdeutschen „filtarazan“, was soviel wie liebkosen bedeutet, und aus dem Mittelhochdeutschen „vlittern“, das für Gekicher und Geflüster steht.

Die Tradition der Flitterwochen weltweit

Wie steht es außerhalb von Deutschland um den Brauch, nach der Hochzeit in die Flitterwochen zu fahren? Von Großbritannien aus breitete sich die Tradition in ganz Europa und Nordamerika aus. In den USA ist es üblich, dass das Brautpaar direkt von der Hochzeitsfeier in den Honeymoon startet. Die Gäste feiern dann einfach noch allein weiter. Auch auf anderen Kontinenten wird zunehmend geflittert, oftmals ist dies aber, wie damals im 19. Jahrhundert in England, der betuchten Oberschicht vorbehalten, da eine Reise ja auch immer mit Kosten verbunden ist. Wohlhabende Chinesen zieht es für ihre Hochzeitsreise seit einigen Jahren beispielsweise auf die griechische Insel Santorin.

Zweite Flitterwochen

Ist ein Paar schon viele Jahre verheiratet und das Gefühl von Nähe und Geborgenheit droht im Alltag zu ersticken, kann eine gemeinsame Reise die beiden durchaus wieder näher zusammen bringen. Fernab von Sorgen, Stress und Routine bleibt Zeit, sich auf das zu besinnen, was sie einst aneinander schätzten. Nicht selten kommen Ehepaare aus diesen sogenannten „zweiten Flitterwochen“ mit einem neuen Bewusstsein füreinander zurück, gehen wieder behutsamer mit ihrer Beziehung um und bauen Zweisamkeit in ihr tägliches Leben ein. Um zu den Wurzeln der Liebe zurückzufinden, eignen sich Reiseziele, an denen das Paar früher schon einmal war und schöne Momente gemeinsam erlebt hat. Aber auch ein ganz neues Terrain kann der Beziehung frischen Wind geben und die Zusammengehörigkeit wiederbeleben oder nachhaltig stärken.

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