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Traditionelle Brautmode in Amerika – so heiratet die Neue Welt

Für einen Tag eine Prinzessin zu sein, pompös und strahlend, das ist der Wunsch aller Bräute in Amerika.

Es gibt zwar – ganz wie in Europa – Brautmode in allen Facetten, doch die Neue Welt liebt es üppig und die Brautkleider im Duchesse-Stil, wie dort der Prinzessinnen-Look genannt wird, haben weite Röcke und einen Schleier, der sich in den meisten Fällen abnehmen lässt.

So strahlend schön wie Sissy

Je pompöser und strahlender die Hochzeit gefeiert wird, desto besser. Der Juni ist in Amerika der beliebteste Monat für eine Traumhochzeit, die auch eine beliebte Themenhochzeit sein darf. Dann richtet sich nicht nur die Dekoration nach dem gewählten Thema, sondern auch die Garderobe der Gäste. Wenn der Vater zu den Klängen des berühmten Hochzeitsmarsches seine Tochter bei der Trauung ihrem zukünftigen Ehemann übergibt, trägt diese ein gerne ein Kleid im Prinzessinnen-Stil. Das darf nicht nur ganz in weiß, sondern gerne auch cremefarben oder farbig sein. Ist die Zeremonie vorbei, wird das Brautpaar mit Konfetti und Reis beworfen. Die vielen Gäste feiern anschließend gemeinsam mit dem Brautpaar, gerne wird dafür ein ganzer Hotelsaal gemietet. Ist das Festmenu vorbei, schneidet das Brautpaar gemeinsam die oftmals vielstöckige Hochzeitstorte an und eröffnet anschließend den Tanz auf dem Parkett. Der traditionelle Brauch, nachdem die Braut auf ihrer Hochzeit etwas Neues, etwas Altes, etwas Blaues und etwas Geliehenes trägt, hat übrigens seinen Ursprung im England der viktorianischen Zeit.

Königin Victoria war einst das Vorbild

Ursprünglich trugen amerikanische Bräute schwere Prunkgewänder aus Brokat oder Samt, wenn sie vermögend waren oder einfachere Kleider, die sie auch später noch tragen konnten. Auch fanden damals die Hochzeiten bei der Braut zu Hause statt: Die Verwandten und die Nachbarn versammelten sich in der Bauernstube, der Friedensrichter legte die Hände des Paares ineinander und führte eine kurze Zeremonie durch, bei dem sich Braut und Bräutigam Treue versprachen. Oft waren die Kleider damals weiß, weil diese Farbe für die Sonntagskleidung üblich war. In Europa war damals Schwarz die Modefarbe – und hier heirateten die Bräute oft auch in Schwarz. Später wählten die Bräute gerne bedruckte Stoffe, Streifen und Blumen waren beispielsweise beliebte Motive. Die Neue Welt war damals praktisch: Diese Kleider ließen sich nach der Hochzeit nicht nur als Sonntags-, sondern auch als Reisekleider tragen. Als jedoch 1840 die damals 20jährige Königin Victoria heiratete, setzte sie mit ihrem Kleid einen Maßstab, der bis heute Gültigkeit hat. Bis heute ist für die Neue Welt ein weißes Kleid das Traumkleid, in dem fast jede Braut den schönsten Tag ihres Lebens begehen möchte.

Victorias Hochzeitskleid bestimmt die Brautmode bis heute

Die Hochzeit von Königin Victoria und Albert von Sachsen-Coburg und Gotha war die Hochzeit des Jahrhunderts. In der gesamten westlichen Hemisphäre wurden die Bilder in Tausenden von Zeitschriften und Zeitungen gezeigt und erreichten selbst Frauen im Wilden Westen, die sich seitdem nach dieser Schönheit sehnten und sie in die Neue Welt holen wollten. Sie waren oft arm, trotzdem hungerten sie lieber, als auf ein solch raffiniertes und romantisches Kleid zu verzichten. Nach dem Idealbild dieser Hochzeit wurden viele Hochzeiten ausgerichtet: Frauen trugen weiße, romantische Kleider. Sie setzten einen Schleier auf dem Kopf, gekrönt mit künstlichen weißen Orangenblüten. Damals trugen selbst die Brautjungfern weiße Kleider, wenn auch etwas einfachere als die Braut. Zu dieser Zeit kamen die ersten Kataloge in die Neue Welt, die es auch den Frauen in abgelegeneren Gebieten ermöglichten, sich ein raffiniertes Kleid zu bestellen. Schnittmuster wurden ebenfalls verbreitet und jede Frau, die nähen konnte, war damit in der Lage sich ein Kleid zu nähen. Die Stoffe wurden erschwinglicher und waren verfügbar. Die Neue Welt war Vorreiter, aber auch andernorts wurde es immer üblicher, ein weißes Brautkleid zur Hochzeit zu tragen.

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