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Der klassische Ablauf einer standesamtlichen Trauung

Wer in Deutschland offiziell als verheiratet gelten will und möchte, dass die Ehe rechtskräftig ist, kommt an einer standesamtlichen Trauung nicht vorbei. Auch eine kirchliche Trauung ersetzt den Gang zum Standesamt nicht. In der Regel folgt die Eheschließung durch einen Standesbeamten einem bestimmten Schema. In den letzten Jahren hat sich aber viel geändert. Standesamt heißt nicht automatisch mehr verstaubtes Trauzimmer. Heiratswillige haben inzwischen immer mehr Spielraum, können sich auch an außergewöhnlichen Orten das Ja-Wort geben und der Zeremonie eine persönliche Note verleihen. Grundsätzlich gilt folgender Ablauf für die standesamtliche Trauung, für die ungefähr 20 bis 30 Minuten vorgesehen sind.

Unbedingt pünktlich sein!

Termine im Standesamt sind heiß begehrt und manchmal wirkt es tatsächlich ein bisschen wie eine Massenabfertigung. An eurem großen Tag solltet ihr unbedingt pünktlich sein, denn meistens ist es nicht möglich, später zu beginnen. Direkt im Anschluss an eure Trauung hat nämlich schon das nächste Paar seinen Slot. Auch auf Gäste kann nicht gewartet werden; die Angehören also ebenfalls darauf hinweisen, pünktlich zu erscheinen. Viele Paare reisen übrigens nach alter Tradition getrennt zum Standesamt an, sodass der Bräutigam seine Braut erst vor dem „Traualtar“ sieht. Entscheidet selbst, ob ihr euch diesen Überraschungsmoment wünscht, oder ob ihr euch schon zusammen zurechtmacht und gemeinsam am Standesamt auftaucht.

Achtung Ausweiskontrolle!

Die Standesbeamtin oder der Standesbeamte begrüßt das Brautpaar und prüft die Personalien. Habt ihr euch für Trauzeugen entschieden, müssen sich diese ebenfalls ausweisen können – und zwar mit einem gültigen Personalausweis. Anschließend betreten alle zusammen das Trauzimmer. Dabei ist oft musikalische Untermalung erlaubt. Abhängig von der Größe des Raumes passt eine bestimmte Anzahl an Hochzeitsgästen mit rein. Sind es zu viele, müssen einige draußen warten. Die Kapazitäten sind begrenzt. Die standesamtliche Trauung beginnt mit einer Ansprache der Standesbeamtin oder des Standesbeamten. Ist diese beendet, kann auf Wunsch ein weiteres, von den Brautleuten ausgesuchtes Lied gespielt werden.

Die Frage aller Fragen

Nun wird es ernst, denn es folgt die Ehekonsenserklärung mit der Eheschließungsformel. Einzeln und nacheinander werden die Partner von der Standesbeamtin oder dem Standesbeamten gefragt, ob sie die Ehe miteinander eingehen wollen. Lautet die Antwort bei beiden „Ja, ich will!“, gelten sie fortan als rechtmäßig verbundene Eheleute. Sie dürfen sich nun gegenseitig die Eheringe anstecken, also den Ringwechsel vornehmen, und sich küssen. Nicht selten löst der Brautkuss ein Raunen sowie Applaus unter den Hochzeitsgästen aus. Antwortet einer der Partner übrigens mit „Nein!“, wird die Trauung durch die Standesbeamtin bzw. den Standesbeamten abgebrochen.

Der schriftliche Teil

Jetzt wird es noch einmal förmlich: Die Standesbeamte oder der Standesbeamte liest den Ehebucheintrag laut vor. Stimmt alles, wird er sowohl vom Brautpaar als auch von den Trauzeugen und dem offiziellen Beamten unterschrieben. Ändert sich der Name eines Ehepartners durch die Eheschließung, so ist nun der Moment, in dem sie oder er das erste Mal offiziell mit ihrem bzw. seinem neuen Familiennamen unterschreiben muss. Viele üben die zukünftige Signatur vorab schon mal zu Hause, um sich in diesem großen Moment auch ja nicht zu verschreiben. Haben alle unterschrieben, gratuliert zuerst die Standesbeamte oder der Standesbeamte zur Hochzeit und danach die Gäste. Das frisch gebackene Ehepaar verlässt das Trauzimmer und das Standesamt.

Das Empfangskomitee

Da nicht alle Freunde und Verwandten Platz im Trauzimmer gefunden haben, wird das Brautpaar vor der Tür meistens noch von vielen weiteren Gratulanten erwartet. Sektkorken knallen, Umarmungen werden ausgetauscht und Glückwünsche ausgesprochen. Je nach Trauort wird ein besonderer Ort für den Sektempfang zur Verfügung gestellt. Oft wird auch einfach vor der Tür vor dem Standesamt selbst angestoßen. Jedoch gilt zu beachten, dass das Paar diesen Platz nicht zu lange für sich beansprucht, da sich bereits die nächsten Eheleute in spe im Trauzimmer befinden, die von ihren Freunden und Verwandten ebenfalls beim Hinausgehen begrüßt und beglückwünscht werden wollen.

 

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