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Etwas Altes, Neues, Gebrauchtes, Blaues

Bräuche, Rituale, Aberglauben, Glücksbringer – sie durchziehen unser Leben in allen Bereichen und versprechen Glück, Erfolg und Reichtum. Natürlich nur, wenn man sie richtig anwendet und ausführt und vor allem, wenn man an sie glaubt! Da eine Hochzeit ein ganz wichtiger Punkt im Leben zweier Menschen ist, gibt es entsprechend viele Bräuche die eine positive Wirkung auf die Zukunft des Paares haben sollen. Einer von ihnen kommt aus England und lautet: „Something old, something new, something borrowed, something blue and a lucky six-pence in your shoe.“ Auf Deutsch: „Etwas Altes, etwas Neues, etwas Geliehenes, etwas Blaues und einen Glückspfennig im Schuh.“

Wo kommt der Brauch her?

Der Brauch blickt auf eine lange Tradition zurück, allerdings vorerst nur in England. Nach Deutschland kam er dann durch das Fernsehen und durch das Kino und erfreut sich seitdem großer Beliebtheit. Erstmalige Erwähnung fand der Aberglaube um 1883 in der Grafschaft Lancashire in England und tauchte in den Jahren danach immer wieder in der Literatur auf. An seiner Bedeutung hat sich seit dem Viktorianischen Zeitalter nicht viel geändert, bereits damals galt die Einhaltung bestimmter Kriterien bei der Wahl des Hochzeitskleides als gutes Omen für Glück, Treue, Unterstützung und Erfolg in der Ehe.

Something old – etwas Altes

Ohrringe antik

„Das Alte“ steht für das bisherige Leben der Braut und die Verbindung zur Familie. Sicherlich besitzt fast jede Frau ein altes Familienschmuckstück, beispielsweise Ohrringe, eine Kette oder eine Brosche, die ideal ins Hochzeits-Outfit integriert werden können. Häufig trägt die Braut sogar einen Teil des Brautkleides der Mutter oder Schwiegermutter, etwa eine Schleife oder ein Stück Spitze. Wenn du keine alten Kleidungsstücke oder Accessoires von deinen Vorfahren besitzt, kannst du auch jedes andere Erinnerungsstück nehmen und es in deiner Handtasche mit dir führen, zum Beispiel ein Hochzeitsfoto der Großeltern oder ein altes besticktes Taschentuch deiner Oma.

Something new – etwas Neues

Brautschuhe

„Das Neue“ symbolisiert Glück, Erfolg und Freude für das beginnende Eheleben und die Zukunft als verheiratete Frau. Ob neues Brautkleid, neue Schuhe, neuer Schleier oder neues Schmuckstück – ganz bestimmt kaufst du dir etwas Eigenes für dein Hochzeits-Outfit, wenn nicht sogar alles komplett neu. Somit ist dieser Punkt mit Sicherheit das am leichtesten zu erfüllende Kriterium des Brauches.

Something borrowed – etwas Geliehenes

„Das Geliehene“ erinnert an Freunde und Familie, die der Braut auch in Zukunft mit Rat und Tat zur Seite stehen. Idealerweise borgst du dir dafür etwas von einer Freundin, die selbst glücklich verheiratet ist. Man sagt, das Glück färbt dann auf dich ab. Vielleicht kannst du dir das kleine Täschchen oder ein Schmuckstück leihen, dass die Freundin bei ihrer Trauung trug. Eventuell passt du auch in die Hochzeitsschuhe deiner Schwester, mit der du seit jeher durch dick und dünn gehst.

Something blue – etwas Blaues

blaues Strumpfband

 

„Das Blaue“ steht für Treue, denn die Farbe symbolisiert Pflichtgefühl, Reinheit und Loyalität. Der Klassiker ist ein blaues Strumpfband, genauso gut eignet sich aber auch ein blaues Schmuckstück, eine blaue Blume im Haar, blau lackierte Finger- oder Fußnägel (wenn es zu deinem Outfit passt, ansonsten einfach geschlossene Schuhe wählen), blauer Lidschatten oder sogar blaue Unterwäsche.

… and a lucky six-pence in your shoe

… „und einen Glückspfennig im Schuh“ – der bildet das i-Tüpfelchen und verspricht Wohlstand beziehungsweise soll den materiellen Reichtum anziehen. Natürlich muss es nicht zwangsläufig ein Sixpence-Stück sein, es heißt nur im Original so, weil der Spruch aus England kommt und es damals eine Silbermünze gab, die einem Wert von sechs Pennys entsprach. Heute wird in Europa wahrscheinlich am häufigsten eine 1-Cent-Münze in den Schuh getan, um das letzte Kriterium zu erfüllen. Das klingt nach einem unbequemen „Auftritt“ – aber Geld muss man sich in der Regel ja auch erst verdienen.

Berühmte Beispiele für die Umsetzung des Hochzeitsbrauches

In Deutschland wurde der Hochzeitbrauch vor allem durch die Hochzeit von Prinz Charles und Lady Diana Spencer am 29. Juli 1981 in der Londoner St. Paul’s Cathedral bekannt. Auch Prinz William und Catherine Middleton hielten bei ihrer Hochzeit am 29. April 2011 an dieser Tradition fest. So war ihr Kleid mit Carrickmarcoss-Spitze besetzt („das Alte“), sie trug Diamant-Ohrringe, ein Geschenk ihrer Eltern („das Neue“), sowie ein Diadem, geborgt von der Queen („das Geliehene“), und in das Mieder war ein blaues Farbband eingearbeitet („das Blaue“).

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